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tipp 02/17

k aernten.arbeiterk

ammer.at

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Wenn Arbeit krank macht

benmehr“:

n die Folgenwären,

eitstag Realität würde:

Mediziner: 12-Stunden-Arbeitstage als Gesundheitsrisiko

Ein 12-Stunden-Tag ist kinderunfreundlich,

nicht familienförderlich.“

Extremer Stress, der den Lebensrhythmus

durcheinanderbringt.“

Arbeitstage mit 12 Stunden wären ‚verlorene

Tage‘. Ich würde aufstehen, in die Arbeit fahren,

arbeiten, Pause machen, weiterarbeiten, heim-

fahren, essen, duschen und ins Bett gehen. Mehr

wäre an solchen Tagen nicht machbar.“

Enorme Probleme, Kinderbetreuung verläss-

lich zu organisieren, wenig Zeit fürs Privatleben,

weniger Selbstbestimmung in der Lebensgestal-

tung.“

Die zwischenmenschlichen Beziehungen –

zum Beispiel in den Vereinen – werden stark ge-

stört.“

Es wäre super, weil ichweniger oft in die Arbeit

kommen müsste.“

Kein Privatleben mehr.“

Tatsache ist: inklusive der Fahrzeiten zum Ar-

beitsort und der Wahrscheinlichkeit, dass zu den

12 Stunden noch Überstunden kommen, dass

man bis zu 14 Stunden von zu Hause weg wäre.“

Grundsätzlich sind 12-Stunden-Arbeitstage

kein Problem, wenn auch der Betrieb auf die

Freizeitgewährung des Arbeitnehmers Rücksicht

nimmt.“

Die Familie kennt nichts anderes. Habe bei der

Kindererziehung alles, was einen Vater heute aus-

macht, versäumt. Die Kinder werfenmir das heute

noch vor!“

Laut einer aktuellen Studie der MedUni Wienwürden durch 12-Stunden-Arbeitstage die

Gesundheitsrisiken, die Unfallgefahr sowie die Fehlerhäufigkeit steigen.

A

uch Ärzte beschäftigen sich

mit der Frage, welche Folgen

12-Stunden-Arbeitstage

haben.

Eine vor Kurzem erschienene Stu-

die der MedUni Wien hat ergeben,

dass so lange Dienste zu einer er-

heblichen Tagesermüdung führen,

die nur schwer auf normalemWeg

durch die Tagesfreizeit abgebaut

werden kann. Die Gesundheitsri-

siken, die Unfallgefahr sowie die

Fehlerhäufigkeit würden steigen.

Untersucht wurde dazu die Be-

lastung von Altenpflegern in

Senioren-Wohnheimen in Nie-

derösterreich und Oberösterreich

an 12-Stunden-Arbeitstagen. Das

Ergebnis, so die Wissenschafter:

„Der Ermüdungszuwachs wäh-

rend eines 12-Stunden-Tagdiens-

tes ist dreieinhalbmal höher als

an einem arbeitsfreien Tag, au-

ßerdem nimmt die Ermüdung

bei zwei aufeinanderfolgenden

12-Stunden-Diensten weiter signi-

fikant zu.“ Zusatz: „Die Erholung

am Tagesrand reicht in diesem

Fall nicht aus, um diese Ermü-

dung sofort auszugleichen.“ Nach

zwei aufeinanderfolgenden Tagen

mit je zwölf Stunden Arbeitszeit

müsste man drei Tage freinehmen,

um sich vollständig zu erholen,

wie die Studie zeigt. Generell gebe

es praktisch bei jedem Menschen

spätestens ab der zehnten Tages-

arbeitsstunde einen deutlichen

Leistungsknick – inklusive erhöh-

ter Unfallgefahr im Beruf oder im

Straßenverkehr.

Schlussfolgerung der Studie:

Die Tagesarbeitszeit sollte in der

Regel acht Stunden nicht über-

schreiten, sonst steigt das Risiko

für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

beziehungsweise psychische Er-

krankungen. Längere Arbeitstage

und geblockte Arbeit seien eben-

falls nicht sinnvoll. Die angestaute

Ermüdung verhindere, dass die

Freizeit auch richtig genossen wer-

den kann.

Fotolia/VadimGuzhva