

20
AK-
Infoservice
Vorsichtiger Optimismus
Die Kärntner Betriebsrätinnen und Betriebsräte sehen die Wirtschaftsentwicklung heuer
optimistischer als noch vor einem Jahr. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gestalten
sich allerdings nach wie vor schwierig. Die Weltwirtschaft entwickelt sich mittelfristig nur
noch moderat. Die Dyna-mik hat sich bei den Zugpferden USA und China etwas
abgeschwächt. In Großbritannien sprach sich die Mehrheit der Bevölkerung in einer
Volksabstimmung gegen einen Verbleib in der EU aus. Dieses Votum erhöht auch die
Unsicherheiten bei der zukünftigen Wirtschaftsentwicklung der EU. Nach mehreren
schwachen Jahren expandiert die österreichi-sche Wirtschaft 2016 wieder stärker. Das
Wirtschaftswachstum wird erstmals seit 2012 deutlich über 1 Prozent liegen.
Die Stimmungslage unter den Kärntner Betriebsrätinnen und Betriebsräten hat sich
erfreulicherweise gegenüber dem Vorjahr verbessert. Die Betriebsrätinnen und Betriebs-
räte, welche an der Umfrage teilgenommen haben, repräsentieren rund 57.000 Kärntner
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Bei der Entwicklung der Auftragslage überwiegen
wieder knapp die positiven Erwartungen. Die erwartete Verbesserung der Auftragslage
schlägt sich auch bei der Einschätzung der Betriebsräte hinsichtlich der Beschäftigungs-
aussichten für das kommende Jahr positiv nieder. Der Mangel an Facharbeiterinnen und
Facharbeitern wird wieder deutlich stärker empfunden. Aufgrund der verbesserten
Konjunkturaussichten sind auch die Investitionserwartungen stärker ausgeprägt als im
Vorjahr.
Kärnten zukunftsfähig machen
Die schwierigen und zähen Verhandlungen über die Lösung der Landeshaftungen haben die
Landespolitik stark vereinnahmt und wichtige Weichenstellungen blockiert. Erfreulicher-
weise ist es endlich zu einer Einigung mit den Gläubigern gekommen. Der durch die gestie-
genen Landesschulden erforderliche Konsolidierungskurs des Landes muss auch Wachs-
tumsimpulse zulassen. Sparen allein nach der Rasenmähermethode ist nicht zukunftsfähig.
Gezielte, „intelligente Investitionen“ sind der Schlüssel, um Produktivität und Innovations-
kraft zu steigern. Die erfolgreiche Bewältigung der Heta-Problematik durch das Land Kärn-
ten und die Republik Österreich muss der Ausgangspunkt einer gemeinsamen Initiative zur
Stabilisierung und Stärkung Kärntens sein. Mit der Unterstützung des Bundes muss es ge-
lingen, dass trotz des notwendigen Sparkurses der Strukturwandel in Richtung wachstums-
orientierte Branchen bewältigt wird, Unternehmen wettbewerbsfähiger und neue Arbeits-
plätze geschaffen werden. Kärnten muss als nachhaltige Region mit einem intakten sozia-
len, ökonomischen und ökologischen Gefüge entwickelt werden.