Mobbing
4 AK Infoservice WAS IST MOBBING? Mobbing ist ein Modewort. Es wird oft leicht in den Mund genommen, wenn am Arbeitsplatz Streitigkeiten oder Unverschämtheiten passieren. Konflikte, also Auseinandersetzungen zwischen Arbeitskollegen oder zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern, kommen alltäglich vor. Sie sind also „normal“, weder gut noch schlecht und werden normalerweise durch einen Kompromiss bzw. einen Interessenausgleich zwischen den Betei- ligten gelöst. Mobbing entsteht dagegen, wenn ein Konflikt „entgleist“: Der Boden der sachlichen Auseinandersetzung wird verlassen und eine Person systema- tisch und über einen längeren Zeitraum derartig angegriffen, sodass ihre soziale Integrität in Frage gestellt wird. Obwohl es Mobbing wahrscheinlich schon immer gegeben hat, wurde es erstmals in den 1980er-Jahren systematisch erforscht und theoretisch aufgearbeitet. Mobbing umfasst gezielte und wiederholte Angriffe auf eine Person oder Gruppe, mit der Absicht, den Gemobbten zu ärgern, zu schikanieren, zu terrorisieren und aus der betrieblichen Gemeinschaft auszuschließen. Feindselige Angriffe und negative Kommunikation (direkt und indirekt) sollen den Betroffenen benachteiligen, seine Leistung herabsetzen, sein Ansehen schädigen, seinen Selbstwert untergraben, ihn zermürben und die Zusammenarbeit vergiften. Mobbing ist durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet: › konfliktbelastet und feindselig: Worte, Gesten oder das Verweigern jeglichen Gesprächs zeigen eine feindselige Spannung an, die von den Betroffenen nicht aufgelöst werden kann und auch nicht von selbst verschwindet. › systematisch und oft: Von Mobbing im engeren Sinn spricht man, wenn feindliche Angriffe mindestens einmal pro Woche über einen Zeitraum von sechs Monaten gesetzt werden. Mobbing kann aber auch schon vorliegen, wenn massive Handlungen über einen kürzeren Zeitraum hinweg vorkommen. › persönlich und unfair: Bei Mobbing werden Menschen und Gruppen in ihrer Leistung und in ihrer Persönlichkeit direkt angegriffen. Die Kon- fliktparteien stehen sich nicht mehr gleichwertig gegenüber. Die mob- bingbetroffenen Personen geraten in eine machtlose Situation.
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