Mobbing
21 AK Infoservice › im Team bei abwertenden „Scherzen“ nicht mitlachen; deutlich sagen: „Ich finde das nicht lustig.“; den Gemobbten in Sachfragen einbe- ziehen: „Was ist deine Meinung dazu?“; das einseitige Bild des Ge- mobbten zurechtrücken; › Werte des Zusammenarbeitens ansprechen: „Ich finde wichtig, dass wir direkt mit den Betroffenen reden, nicht hintenherum.“ Wenn der Konflikt von den Betroffenen nicht selbst bewältigt werden kann, besteht die Möglichkeit weiterer Unterstützung: durch Vorgesetz- te, den Betriebsrat, Beratungsstellen, die Arbeiterkammer u.a.m. Dabei sollten jedoch keine Schritte ohne Einverständnis der Betroffenen unter- nommen werden. Handlungsmöglichkeiten für Betriebsräte Betriebsräte können sowohl bei der Prävention gegen Mobbing als auch bei der Lösung bereits aufgetretener Mobbingkonflikte eine entschei- dende Rolle spielen. Ist eine Mobbingsituation bereits entstanden, so ist es auch für den Be- triebsrat wichtig die Situation ernst zu nehmen, eine Analyse vorzuneh- men, zu klären, wer am Konflikt beteiligt ist und wie der Kräftehaushalt der Betroffenen aussieht. Zur Lösung des Konflikts ist es notwendig, Mobbingbetroffenen soziale Unterstützung zu geben und mitzuwirken, dass ihr Kräftehaushalt ge- stärkt wird. Wenn alle Beteiligten über genügend Ressourcen verfügen, kann eine Konfliktlösung zu einem wirklichen Kompromiss führen. Die gesamte Vorgangsweise sollte mit Zustimmung und in Zusammenar- beit mit dem Betroffenen gewählt werden. Wenn gewünscht, ist eine Ent- lastung von komplizierten Arbeitsaufgaben anzustreben, wobei Verset- zungen von Mobbingbetroffenen nur über deren ausdrücklichen Wunsch sinnvoll sind. Beim Aufdecken und Angehen des Konfliktes sollten mit allen Beteiligten mehrere Einzelgespräche geführt werden. Es gibt eine Reihe von Gesprächstechniken, die dabei sinnvoll zur Anwendung ge- bracht werden können. Aktives Zuhören, Akzeptanz schaffen, Perspekti- venwechsel der Konfliktparteien fördern und Verantwortung stärken, sind Methoden, die Konflikte bewusst und verhandelbar machen. Grundsätz- lich sollte eher lösungsorientiert, das heißt in die Zukunft blickend, vorge- gangen werden, als wahrheits- und ursachensuchend.
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