Mobbing
20 AK Infoservice Ausgleich außerhalb der Arbeit Mobbingbetroffene merken meist sehr rasch, wie sehr sich soziale Pro- bleme auf das gesundheitliche Wohlbefinden auswirken können. Damit die beruflichen Probleme nicht das ganze Alltagsleben dominieren, ist es wichtig, innerlich Abstand zu gewinnen und die eigenen Kraftreserven wieder aufzutanken. Dazu gehören u.a. Freundschaften außerhalb der Ar- beit, Hobbys, Sport usw. Was können Kollegen tun? In zwei Dritteln der Betriebe, in denen Mobbing auftritt, hat es zuvor be- reits andere Mobbingfälle gegeben. Oft sehen die Kollegen den Mobbing- handlungen tatenlos zu. Sie missbilligen zwar „irgendwie“, was passiert, schweigen aber doch. Typische Gründe für das Schweigen sind: Grup- pendruck, Angst, selber ins Schussfeld zu geraten, mangelnde Zivilcou- rage und Gleichgültigkeit. Manchmal erscheint Mobbing „gerechtfertigt“, wenn es sich gegen unliebsame Kollegen richtet oder es hat sogar „Un- terhaltungswert“. Wenn unbeteiligte Kollegen um Rat oder Hilfe gefragt werden, ist genaues und geduldiges Zuhören hilfreich. Bevor man einen Rat gibt, sollte man sich ein klares Bild von der Lage machen, Nachfragen und dabei sach- liche und persönliche Aspekte voneinander trennen. Im Team kann man generell auf ein gewisses Niveau der Auseinanderset- zung achten und klar zeigen, dass man Mobbing absolut missbilligt und Intrigen, Beleidigungen, Schreiduelle usw. nicht in Ordnung findet. Statt- dessen sollte man positive Werte des Zusammenarbeitens ansprechen: direkte Gespräche, konstruktive Zusammenarbeit, gegenseitige Anerken- nung, Höflichkeit und Respekt. Konkret bedeutet das: › den Betroffenen ansprechen, Mitgefühl signalisieren: „Ich finde das auch arg, was mit dir geschieht.“; › den Mobber auf sein Verhalten ansprechen: „Ich finde das nicht richtig, wie du ...“; › Mitläufer ansprechen und für die Folgen ihrer Handlungen sensibilisie- ren;
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