Mobbing
12 AK Infoservice Wenn man Mobber als Täter bezeichnet, bringt man zum Ausdruck, dass ihre Verhaltensweisen kein Kavaliersdelikt darstellen, sondern Taten mit schwerwiegenden Konsequenzen sind. Die Bezeichnung Opfer bringt zum Ausdruck, dass von Mobbing Betrof- fene schwer geschädigt werden. Gleichzeitig verbinden wir mit der Opfer- rolle aber auch Hilflosigkeit und Unterlegenheit, wodurch sich Betroffene oft stigmatisiert fühlen. Es ist daher meist besser, von Betroffenen zu spre- chen. Oberstes Ziel der persönlichen Mobbingabwehr ist es, aus der hilflosen Opferrolle heraus in die Rolle des aktiven Betroffenen zu gelangen. Die eigene Handlungsfähigkeit soll wiederhergestellt werden. Grundsätzlich gilt: Je früher man etwas unternimmt, desto leichter kann Mobbing abge- stellt werden. Auswirkungen Die Auswirkungen von Mobbing sind erheblich: › Bei mehr als 98% der Betroffenen ist das Arbeits- und Leistungsver- mögen beeinträchtigt, verbunden mit Motivationsverlust, Misstrauen, Nervosität, Verunsicherung und sozialem Rückzug. › Mehr als 40% der Betroffenen erkranken infolge von Mobbing, davon rund die Hälfte für mehr als sechs Wochen. › Rund 35% der Betroffenen wechseln den Arbeitsplatz innerhalb des Betriebes. › 20% kündigen selbst, 15% werden gekündigt, 7% werden erwerbsun- fähig oder gehen vorzeitig in Pension. › Negative Folgen für den Betrieb sind u.a. krankheitsbedingte Ausfäl- le, Störungen im Arbeitsablauf, Qualitäts- und Produktionsrückgänge sowie Kosten für Aushilfskräfte, Kündigungen, Abfertigungen, Neuein- stellungen und Einarbeitungszeiten. › Allgemeinkosten ergeben sich durch Krankschreibungen, Arztbe- suche, Medikamente, Klinik- und Kuraufenthalte, Psychotherapie, Ar- beitslosigkeit, Berufs-/Erwerbsunfähigkeit, Frühpension.
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