Mobbing
9 AK Infoservice Cyber-Mobbing Bei Cyber-Mobbing handelt es sich um eine fortgesetzte Belästigung unter Verwendung elektronischer Kommunikationsmittel wie Telekommunikati- on oder eines Computersystems. Die Betroffenen werden systematisch im öffentlichen Raum bloßgestellt und belästigt. Es werden z. B. Lügen oder peinliche Fotos ins Netz gestellt. Mit 01.01.2016 gibt es eine gesetz- liche Bestimmung im Strafgesetzbuch (StGB). Warum entsteht Mobbing? Mobbing entsteht nicht zufällig. Meistens ist es ein Ventil für schwerwie- gende Probleme innerhalb eines Teams oder eines Betriebes. Mobbing entsteht nicht aufgrund einer einzelnen Ursache, sondern in einem Ge- flecht aus ursprünglichen Konflikten, individuellen Verhaltensweisen, be- günstigenden Rahmenbedingungen. Dazu zählen: › Zeitdruck, Stress, Unterbesetzung; › mangelnde Organisation: unklare Verantwortungsbereiche, wider- sprüchliche oder nicht erfüllbare Aufgaben, zu enger Handlungsspiel- raum, umständliche Dienstvorschriften; › persönliche Gründe des Mobbers: Konkurrenz und Neid (auf Kom- petenz, Qualifikation, Leistungsfähigkeit, Ansehen des Gemobbten), Frustration in der Arbeit, geringes Selbstwertgefühl, Überforderung, Ablenken von eigenen Fehlern und Ängsten, Egoismus, mangelnde Kommunikationsfähigkeit, geringes moralisches Niveau, private Pro- bleme; › im Team: Cliquenbildung („die Alten – die Neuen“), Gruppendruck, Konfliktvermeidung, fehlende Kritikfähigkeit, unglückliche soziale Zu- sammensetzung, Gleichgültigkeit, Langeweile; › Defizite im Führungsverhalten: undurchschaubare Entscheidungen, keine Information über neue Ziele und Entwicklungen, fehlende Ge- sprächsbereitschaft, kein aktives Konfliktmanagement, ignorieren struktureller Probleme (Spannungen werden als Privatsache erklärt), Passivität; › Reorganisation und Neustrukturierung des Arbeitsbereiches oder Be- triebes, Angst um den Arbeitsplatz; interne Verteilungskämpfe, um die eigene Position zu halten oder zu verbessern. Vielen Tätern ist zunächst gar nicht bewusst, wie stark der Druck ist, den sie erzeugen.
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