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Kinderbetreuung in Kärnten
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5.
Resümee
Die Kinderbetreuungsangebote haben sich in Kärnten in den letzten zwei Jahren verbessert.
Nach wie vor reicht das Angebot in vielen Gemeinden aber noch nicht aus, um eine gute Verein-
barkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten. Dies trifft vor allem auf die eher ländlichen Ge-
meinden zu. Aber auch in diesen gibt es durchaus positive Beispiele für eine optimale Betreu-
ungssituation.
Rund die Hälfte der Kärntner Gemeinden hat mittlerweile das Gütekriterium 1A (19 %) oder A
(33 %) erreicht. Dies sind insgesamt 70 der 132 Gemeinden. Gegenüber dem Jahr 2011 hat gut
ein Drittel der Gemeinden einen Aufstieg in eine höhere Kategorie geschafft. Diese Verbesserung
resultiert häufig daraus, dass viele Kindergärten die wöchentlichen Öffnungszeiten (vor allem an
Freitagen) ausgeweitet haben. Bei einigen Gemeinden (10 %) hat sich hingegen das Angebot ver-
ringert. Ein verringertes Angebot kann zustande kommen, wenn lokale Bedarfserhebungen der
Gemeinden eine rückläufige Nachfrage ergeben.
Es wäre höchst wünschenswert, die insgesamt gesehen durchaus positive Entwicklung in abseh-
barer Zeit in noch breiterem Umfang fortzusetzen. Das Ziel sollte sein, dass möglichst alle Ge-
meinden ein Betreuungsangebot haben, das es beiden Elternteilen erlaubt, einer Vollzeitberufs-
tätigkeit nachzugehen. Dies ist in umfassender Form letztlich nur beim Gütekriterium 1A gewähr-
leistet. Dass dieses nicht erreicht wird, liegt bei einer Reihe von Kindergärten nur daran, dass die
jährlichen Schließtage 5 Wochen überschreiten.
Im städtischen Bereich werden zwar für alle Altersgruppen Betreuungseinrichtungen angeboten,
hier ist der Bedarf aber offenkundig viel höher als das derzeitige Angebot. In den eher ländlichen
und strukturschwächeren Gemeinden ist die Angebotsvielfalt im Schnitt deutlich geringer. Hinzu
kommt, dass in vielen Einrichtungen die täglichen Öffnungszeiten nach wie vor zu kurz und die
jährlichen Schließtage zu lange sind, um eine optimale Versorgung für Eltern gewährleisten zu
können, die einer Vollzeitarbeit nachkommen möchten.
Gerade angesichts der anhaltenden Abwanderungstendenzen in Kärnten wäre es erstrebens-
wert, die externe Kinderbetreuung weiter auszubauen. Wenn etwa zwei Drittel der Einrichtun-
gen für unter 3-jährige Kinder im vergangenen Betreuungsjahr Eltern bzw. Kinder wegen Platz-
mangels abweisen mussten, besteht großer Handlungsbedarf zur Errichtung zusätzlicher Betreu-
ungsplätze. Aber auch bei den anderen Betreuungsformen bzw. Altersgruppen konnte die Nach-
frage nach Betreuungsplätzen nicht immer positiv beschieden werden. Dies gilt in erhöhtem
Maße für den städtischen Bereich. Aus der durchwegs hohen Güteeinstufung der städtischen
Betreuungseinrichtungen (hier wurden immer die umfassendsten Angebote zur Bewertung he-
rangezogen) kann man also nicht folgern, dass hier kein Verbesserungsbedarf vor allem in Bezug
auf weitere Plätze und auf eine Reduzierung der jährlichen Schließtage besteht.
Der vergleichsweise größte Handlungsbedarf besteht nach wie vor in den Bezirken mit vielen
kleindörflich strukturierten Gemeinden: Spittal an der Drau, Feldkirchen sowie einigen Gemein-
den in Sankt Veit.
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